Quantencomputing-Startups gehören zu den spannendsten Wachstumsfeldern der europäischen Deeptech-Szene. 2026 zeigt, wie schnell sich das Feld bewegt: Erste Unternehmen gehen an die Börse, andere sammeln dreistellige Millionenbeträge ein, und Politik in Berlin und Brüssel baut eigene Programme für die Industrialisierung auf. Gleichzeitig bleibt die Technik anspruchsvoll, teuer und langfristig.

In diesem Artikel erfährst du, wo Europa im Wettlauf um den Quantencomputer steht, welche Technologien die Gründerinnen und Gründer verfolgen, wie die Finanzierung funktioniert und welche Förderprogramme es gibt. Außerdem bekommst du eine Checkliste, mit der du Chancen und Risiken einordnen kannst – egal ob du gründen, investieren oder als Unternehmen kooperieren willst.

Was sind Quantencomputing-Startups?

Quantencomputing-Startups sind junge Technologieunternehmen, die Hardware, Software oder Dienstleistungen für Quantencomputer entwickeln. Dazu zählen Hersteller von Qubit-Prozessoren, Anbieter von Steuerelektronik und Kryotechnik, Softwarefirmen für Algorithmen und Compiler sowie Spezialisten für Fehlerkorrektur. Viele entstehen als Ausgründungen aus Universitäten und Forschungsinstituten und brauchen viel Kapital über lange Zeiträume.

Der Unterschied zu klassischen Software-Startups ist erheblich. Statt eines schnellen Produktzyklus stehen jahrelange Forschung, Reinraumtechnik und hochqualifizierte Teams im Mittelpunkt. Umsatz entsteht oft zuerst über Forschungsaufträge, öffentliche Ausschreibungen und Pilotprojekte mit Rechenzentren.

Europas Quantencomputing-Startups 2026: der Stand

Europa hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Gründungsszene aufgebaut. Die Basis bilden starke Forschungsstandorte wie München, Delft, Paris, Innsbruck, Oxford und Espoo. Aus diesen Clustern sind Quantencomputing-Startups hervorgegangen, die international mithalten und 2026 in eine neue Phase eintreten: vom Labor in die Industrie.

Börsengänge und große Finanzierungsrunden

Das deutlichste Signal sendet IQM. Das 2018 gegründete finnische Unternehmen mit großem Standort in München sammelte im September 2025 rund 320 Millionen US-Dollar ein und wurde damit zum Unicorn. Seit dem 2. Juli 2026 werden IQM-Papiere nach einer SPAC-Fusion mit Real Asset Acquisition Corp. an der Nasdaq gehandelt.

Weitere Meilensteine aus dem ersten Halbjahr 2026:

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Pasqal (Frankreich) kündigte im März 2026 ebenfalls eine SPAC-Fusion für ein Listing in den USA an.

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QuantWare (Niederlande) schloss im Mai 2026 eine Series B über 178 Millionen US-Dollar ab, angeführt unter anderem von Intel Capital.

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eleQtron aus Siegen erhielt im Mai 2026 eine Series A über 57 Millionen Euro, angeführt von Schwarz Digits.

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planqc aus Garching, eine Ausgründung des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik, finanzierte sich 2024 mit einer Series A über 50 Millionen Euro und gewann zudem einen Auftrag des DLR.

Für dich heißt das: Quantencomputing-Startups sind nicht mehr nur Forschungsprojekte mit Firmenmantel. Die führenden Anbieter verkaufen Systeme, gewinnen Ausschreibungen und müssen sich am Kapitalmarkt behaupten. Wie solche Wege an die Börse oder zum Verkauf funktionieren, erklären wir ausführlich im Beitrag zur Exit-Strategie für Startups.

Leiterplatte mit goldenen Leiterbahnen als Symbol für Hardware von Quantencomputing-Startups

Präzise Elektronik ist die Basis jedes Quantenrechners. Foto: Unsplash

Deutschland als Standort

Deutschland punktet mit Forschungstiefe, Industriekunden und öffentlichen Auftraggebern. Neben planqc und eleQtron arbeiten hierzulande weitere Teams an Hardware, Software und Komponenten. Der Großraum München gilt mit Max-Planck-Instituten, TU München und dem Leibniz-Rechenzentrum als wichtigster Knotenpunkt.

Ein Schwachpunkt bleibt die Wachstumsfinanzierung. Frühe Runden lassen sich oft mit öffentlichem Geld und europäischen VC-Fonds stemmen. Für Runden im dreistelligen Millionenbereich fehlen dagegen häufig große heimische Investoren, weshalb Quantencomputing-Startups Kapital in den USA oder am US-Kapitalmarkt suchen.

Welche Technologien Quantencomputing-Startups verfolgen

Es gibt nicht den einen Quantencomputer. Verschiedene physikalische Ansätze konkurrieren, und jedes Startup setzt auf eine Plattform mit eigenen Stärken und Schwächen. Wenn du Geschäftsmodelle vergleichen willst, solltest du die wichtigsten kennen.

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Supraleitende Qubits: Schaltkreise, die nahe dem absoluten Nullpunkt arbeiten. Schnelle Gatter, aber aufwendige Kühlung. Beispiele: IQM, QuantWare.

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Neutrale Atome: Einzelne Atome, die mit Laserstrahlen festgehalten werden. Gut skalierbar in der Qubit-Zahl. Beispiele: Pasqal, planqc.

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Gefangene Ionen: Geladene Atome in elektromagnetischen Fallen. Hohe Präzision, eher langsame Operationen. Beispiele: eleQtron, AQT aus Innsbruck.

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Photonische und Spin-Qubits: Lichtteilchen oder Elektronenspins in Halbleitern, mit Nähe zur klassischen Chipfertigung.

Hinzu kommt eine wachsende Gruppe von Quantencomputing-Startups ohne eigene Hardware. Sie entwickeln Software, Compiler, Fehlerkorrektur oder Architekturkonzepte. ParityQC aus Innsbruck ist ein Beispiel: Das Unternehmen entwickelt Architekturen und arbeitet in einem Konsortium für einen großen deutschen Auftrag mit.

Fehlerkorrektur als entscheidender Meilenstein

Heutige Systeme sind fehleranfällig. Der entscheidende Schritt ist die Quantenfehlerkorrektur: Viele physische Qubits bilden gemeinsam ein stabiles logisches Qubit. Erst damit werden lange, verlässliche Berechnungen möglich, etwa für Materialforschung, Chemie oder Optimierung.

Investoren achten deshalb genau darauf, wie überzeugend ein Team die Roadmap zur Fehlerkorrektur darstellt. Wer hier messbare Fortschritte zeigt, verbessert seine Position in Finanzierungsrunden deutlich.

Förderung für Quantencomputing-Startups in Deutschland und der EU

Ohne öffentliche Mittel wäre die europäische Szene kaum denkbar. Staat und EU treten dabei in drei Rollen auf: als Forschungsförderer, als Auftraggeber und zunehmend als Investor. Für Quantencomputing-Startups ist vor allem die Rolle als Ankerkunde wichtig, weil sie Umsatz und Referenzen schafft.

Hightech Agenda und Bundesprogramme

Die Bundesregierung hat Quantentechnologien zu einem Schwerpunkt ihrer Hightech Agenda Deutschland gemacht. Die Roadmap Quantentechnologien der Hightech Agenda nennt ehrgeizige Ziele:

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mindestens zwei fehlerkorrigierte Quantencomputer auf europäischem Spitzenniveau bis 2030,

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erste logische Qubits made in Germany bis 2028,

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mindestens zwei Quantencomputing-Startups, die bis 2028 mit großen Finanzierungsrunden in die Scale-up-Phase kommen,

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mindestens drei deutsche Rechenzentren mit Quantencomputern bis 2029.

Ein konkretes Instrument ist der Wettbewerb zum fehlerkorrigierten Quantencomputing des Bundesforschungsministeriums (BMFTR). Laut Förderdatenbank des Bundes erhalten Konsortien aus Industrie und Wissenschaft in Modul A bis zu 20 Millionen Euro Zuschuss je Projekt. Voraussetzung ist unter anderem, dass ein Partner bereits ein System mit mindestens 24 Qubits betreibt.

Für frühe Phasen kommen zudem klassische Gründungsinstrumente infrage, etwa EXIST-Programme für Ausgründungen aus Hochschulen oder Wagniskapital von öffentlichen Fonds. Einen Überblick über alle Phasen und Quellen findest du in unserem Ratgeber zur Startup-Finanzierung von Pre-Seed bis Series C.

Forschungslabor mit Rohren, Kabeln und wissenschaftlichen Geräten

Viele Gründungen entstehen in Forschungslaboren. Foto: Unsplash

Die Rolle der Europäischen Union

Die EU-Kommission hat im Juli 2025 ihre Strategie „Quantum Europe in a changing world“ vorgelegt. Sie umfasst fünf Handlungsfelder: Forschung und Innovation, Infrastrukturen, das Ökosystem aus Startups und Scale-ups, Weltraum und Dual-Use sowie Fachkräfte. Laut Quantenseite der EU-Kommission läuft das Quantum Flagship seit 2018 mit einem Budget von einer Milliarde Euro.

Zusätzlich baut das Gemeinschaftsunternehmen EuroHPC Quantencomputer, die an Supercomputer angebunden werden. Die ersten Systeme gingen 2025 in Polen und Tschechien in Betrieb, im Februar 2026 folgte Euro-Q-Exa in München. Solche Ausschreibungen sind für Quantencomputing-Startups wertvolle Aufträge.

Als Nächstes plant die Kommission einen EU Quantum Act. Er soll Forschung koordinieren, industrielle Kapazitäten wie Pilotlinien aufbauen und Lieferketten absichern. Ursprünglich für 2026 angekündigt, könnte der Vorschlag nach Aussagen aus der Kommission vom September 2026 erst Ende 2026 oder 2027 kommen. Den Zeitplan solltest du deshalb im Blick behalten.

Wie Quantencomputing-Startups sich finanzieren

Die Kapitalintensität ist das zentrale Thema. Ein Hardware-Startup braucht Labore, Kryostaten, Laser, Fertigungspartner und viele Spezialistinnen. Entsprechend sieht der typische Finanzierungsmix anders aus als bei einem SaaS-Unternehmen.

1.

Forschungsphase: Grundlagen entstehen an Universität oder Institut, finanziert über Forschungsprojekte und Transferprogramme.

2.

Ausgründung und Pre-Seed: Gründungsstipendien, Business Angels mit Technikverständnis und erste öffentliche Seed-Fonds.

3.

Seed und Series A: Spezialisierte Deeptech-Investoren, Corporate-VC und erste Aufträge von Forschungseinrichtungen oder Behörden.

4.

Wachstumsrunden: Große internationale Investoren, strategische Partner, Staatsfonds und Wandelanleihen.

5.

Kapitalmarkt oder Verkauf: Börsengang, häufig über SPAC, oder Übernahme durch einen Technologiekonzern.

Besonders wichtig ist das Zusammenspiel aus Eigenkapital und öffentlichen Aufträgen. Ein Auftrag einer Raumfahrt- oder Forschungsagentur senkt das Risiko für Investoren und erhöht die Bewertung. Wie Wagniskapitalgeber Risiken bewerten und was sie 2026 erwarten, liest du in unserem Hintergrund zu Venture Capital.

Chancen und Risiken für Gründer, Investoren und Unternehmen

Quantencomputing-Startups versprechen enormes Potenzial, doch der Weg dahin ist ungewiss. Eine nüchterne Einordnung hilft dir, Hype von Substanz zu trennen.

Chancen

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Technologische Souveränität: Europa will unabhängiger von US-Konzernen werden. Das sichert politische Unterstützung und öffentliche Nachfrage.

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Frühe Industriepartnerschaften: Chemie, Pharma, Automobil und Finanzbranche testen Anwendungen schon heute, etwa in der Simulation von Molekülen oder bei Optimierungsproblemen.

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Zuliefermarkt: Auch Anbieter von Steuerelektronik, Kryotechnik oder Software profitieren, unabhängig davon, welche Qubit-Plattform sich durchsetzt.

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Hybride Rechenzentren: Die Kopplung von Quantencomputern und Supercomputern eröffnet neue Dienstleistungsmodelle.

Risiken

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Technologierisiko: Niemand weiß sicher, welche Plattform skaliert. Einzelne Ansätze könnten in eine Sackgasse führen.

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Lange Zeithorizonte: Der breite wirtschaftliche Nutzen fehlertoleranter Systeme liegt noch in der Zukunft. Investoren brauchen Geduld.

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Kapitallücke: Ohne große Wachstumsrunden droht die Abwanderung von Teams oder Übernahmen durch außereuropäische Konzerne.

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Fachkräftemangel: Quantenphysikerinnen, Ingenieure und Softwareentwickler mit Quantenerfahrung sind rar und begehrt.

Wissenschaftlerin im Laborkittel arbeitet am Laptop im Labor

Fachkräfte sind ein Engpass der Branche. Foto: Unsplash

Checkliste: Quantencomputing-Startups richtig einordnen

Ob du ein eigenes Unternehmen planst, investieren möchtest oder einen Kooperationspartner suchst: Mit diesen Fragen bewertest du Quantencomputing-Startups strukturiert.

1.

Technologie: Welche Qubit-Plattform nutzt das Team, und welche Kennzahlen wie Gatter-Fidelität oder Qubit-Zahl sind öffentlich belegt?

2.

Roadmap: Gibt es einen nachvollziehbaren Plan zur Fehlerkorrektur mit überprüfbaren Zwischenzielen?

3.

Kunden: Wer bezahlt heute schon, etwa Rechenzentren, Forschungseinrichtungen oder Industriepartner?

4.

Finanzierung: Wie lange reicht das Kapital, und welche öffentlichen Mittel sind gesichert?

5.

Team: Verbindet die Gründungsmannschaft wissenschaftliche Exzellenz mit Erfahrung in Produkt, Vertrieb und Fertigung?

6.

Schutzrechte: Sind Patente und Lizenzen mit der Herkunftsinstitution sauber geregelt?

7.

Partnernetz: Gibt es Zulieferer, Fertigungspartner und Softwareanbindung, zum Beispiel an Supercomputer?

Ein Tipp für Gründerinnen und Gründer: Plane die Software- und Anwendungsseite früh mit. Viele Kunden kaufen keinen Quantencomputer, sondern Lösungen für konkrete Probleme. Hier entstehen Schnittstellen zur künstlichen Intelligenz, etwa bei hybriden Optimierungsverfahren. Was du beim Aufbau eines technologiegetriebenen Unternehmens beachten solltest, zeigt unser Ratgeber KI-Startup gründen.

Ausblick: Wohin sich Europas Quantenszene entwickelt

Die nächsten zwei bis drei Jahre werden zeigen, welche Quantencomputing-Startups den Sprung zum Industrieunternehmen schaffen. Börsennotierte Anbieter müssen Quartal für Quartal liefern, private Unternehmen brauchen Anschlussfinanzierungen. Eine Konsolidierung ist wahrscheinlich: Kleinere Teams werden übernommen oder spezialisieren sich als Zulieferer.

Politisch entscheidet sich viel am EU Quantum Act und an den nationalen Programmen. Wenn öffentliche Auftraggeber verlässlich Systeme beschaffen und Pilotlinien entstehen, kann Europa eine eigene Industrie aufbauen. Bleiben große Wachstumsrunden aus, verlagert sich Wertschöpfung in die USA.

Für dich als Beobachterin oder Beobachter lohnt es sich, drei Dinge zu verfolgen: Fortschritte bei logischen Qubits, die Vergabe großer öffentlicher Aufträge und die Entwicklung der Börsenkurse der ersten gelisteten Anbieter. Daran lässt sich ablesen, ob Quantencomputing-Startups ihre Versprechen einlösen.

Häufige Fragen zu Quantencomputing-Startups

Was machen Quantencomputing-Startups genau?

Sie entwickeln Hardware wie Qubit-Prozessoren, Komponenten wie Steuerelektronik und Kryotechnik oder Software für Algorithmen, Compiler und Fehlerkorrektur. Viele sind Ausgründungen aus Forschungsinstituten. Ihr Umsatz stammt anfangs oft aus Forschungsaufträgen, öffentlichen Ausschreibungen und Pilotprojekten mit Industrie oder Rechenzentren, bevor kommerzielle Anwendungen den Markt erweitern.

Welche europäischen Anbieter sind 2026 besonders sichtbar?

Zu den bekanntesten zählen IQM, das seit Juli 2026 an der Nasdaq gelistet ist, Pasqal aus Frankreich, QuantWare aus den Niederlanden sowie aus Deutschland eleQtron in Siegen und planqc in Garching. Hinzu kommen spezialisierte Software- und Architekturanbieter wie ParityQC aus Innsbruck, die mit Hardwareherstellern in Konsortien zusammenarbeiten.

Wie fördert der Staat die Quantenbranche in Deutschland?

Das Bundesforschungsministerium setzt Quantentechnologien in der Hightech Agenda als Schwerpunkt und finanziert Projekte, etwa den Wettbewerb zum fehlerkorrigierten Quantencomputing mit bis zu 20 Millionen Euro je Konsortium. Hinzu kommen Aufträge öffentlicher Einrichtungen wie des DLR sowie europäische Programme wie das Quantum Flagship und EuroHPC.

Warum brauchen Quantenfirmen so viel Kapital?

Hardware-Entwicklung erfordert teure Labore, Kühlsysteme, Laser, Reinraumkapazitäten und hochspezialisierte Teams. Gleichzeitig dauert es Jahre, bis Systeme zuverlässig genug für breite kommerzielle Anwendungen sind. Deshalb kombinieren die Unternehmen Wagniskapital, öffentliche Förderung, Aufträge von Forschungseinrichtungen und später oft den Kapitalmarkt, um diese lange Entwicklungszeit zu überbrücken.

Lohnt sich eine Gründung im Quantenbereich noch?

Ja, sofern du eine klare Nische findest. Neben Hardware bieten Software, Fehlerkorrektur, Komponenten und Anwendungsberatung gute Chancen, weil sie weniger Kapital erfordern. Wichtig sind ein starkes wissenschaftliches Team, frühe Industriepartner und ein realistischer Finanzierungsplan. Politische Programme in Deutschland und der EU verbessern die Rahmenbedingungen spürbar.