Das Telefon klingelt, am anderen Ende meldet sich scheinbar die eigene Tochter oder der Geschäftsführer, aufgeregt und mit einer dringenden Bitte um Geld. Die Stimme klingt täuschend echt, doch sie stammt aus dem Computer. Deepfake-Anrufe nutzen künstliche Intelligenz, um Stimmen realer Personen nachzuahmen, und geben bekannten Maschen wie dem Enkeltrick eine neue Qualität.

Die gute Nachricht: Mit einigen einfachen Regeln lässt sich das Risiko deutlich senken, privat wie im Unternehmen.

Wie Deepfake-Anrufe funktionieren

Moderne Verfahren zum Klonen von Stimmen benötigen nur vergleichsweise kurze Audioaufnahmen als Vorlage. Solches Material finden Betrüger etwa in Videos in sozialen Netzwerken, in Sprachnachrichten oder in Interviews. Die erzeugte Stimme kann vorbereitete Sätze sprechen oder in Echtzeit mit dem Angerufenen reden. Häufig wird zusätzlich die angezeigte Rufnummer gefälscht. Im privaten Bereich geben sich Täter als Angehörige in einer Notlage aus. In Unternehmen zielt die Masche oft auf die Buchhaltung: Eine vermeintliche Führungskraft verlangt eine eilige, vertrauliche Überweisung, ein Vorgehen, das als CEO-Fraud bekannt ist.

Warnsignale erkennen

Technisch lassen sich gute Fälschungen am Telefon kaum sicher erkennen. Achten Sie deshalb vor allem auf das Muster des Gesprächs. Typisch sind großer Zeitdruck, eine emotionale Ausnahmesituation, die Bitte um Geheimhaltung und ungewöhnliche Zahlungswege wie Gutscheinkarten, Kryptowährungen oder unbekannte Auslandskonten. Auch ein auffällig monotoner Tonfall, merkwürdige Pausen oder ausweichende Antworten auf persönliche Fragen können Hinweise sein, ein natürlicher Klang ist aber keine Garantie für Echtheit.

So schützen Sie sich vor Deepfake-Anrufen

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Legen Sie auf und rufen Sie die Person unter einer Ihnen bekannten Nummer zurück.

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Vereinbaren Sie in der Familie ein Codewort für echte Notfälle.

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Stellen Sie Rückfragen, deren Antwort nur die echte Person kennen kann.

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Führen Sie im Unternehmen für Zahlungen ein Vier-Augen-Prinzip und feste Freigabewege ein, die auch für die Geschäftsleitung gelten.

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Gehen Sie sparsam mit öffentlich zugänglichen Sprach- und Videoaufnahmen um.

Was tun im Ernstfall?

Haben Sie bereits Geld überwiesen, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank, manchmal lässt sich eine Zahlung noch stoppen. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und sichern Sie Belege wie Uhrzeit, Rufnummer und Gesprächsinhalt. Unternehmen sollten zudem ihre IT-Sicherheitsverantwortlichen informieren und den Vorfall intern dokumentieren, damit Kolleginnen und Kollegen gewarnt werden.

Fazit

Gegen täuschend echte Stimmen hilft vor allem ein gesundes Misstrauen bei ungewöhnlichen Forderungen. Der Rückruf über eine bekannte Nummer, ein Familien-Codewort und klare Freigaberegeln im Unternehmen sind einfache, aber wirksame Schutzmaßnahmen. Sprechen Sie mit Angehörigen und Mitarbeitenden offen über die Masche, denn informierte Menschen fallen seltener darauf herein.